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Elvira Weiss alias DJ Vira: „Wenigstens einmal mit einer Flugbegleiterin tauschen“

Foto: Günther Pfannmüller

Ob beruflich oder privat − für viele Menschen gehören Flugreisen einfach dazu. Wir haben Persönlichkeiten aus der Region über das Fliegen und den Flughafen gefragt. Hier antwortet Elvira Weiss alias DJ Vira:

Frau Weiss, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Flug?

Ja, natürlich. Mein Vater war Hobbyflieger und nahm mich und meine Geschwister am Wochenende mit auf seine Rundflüge im Main-Kinzig-Kreis. Als meine Schwestern und ich Keuchhusten bekamen, riet unser Hausarzt zu einer Luftveränderung, am besten sollten wir in die Berge. Warum aber in die Berge, wenn man auch mit der Cessna in die Höhe fliegen kann? Also packte mein Vater uns drei Schwestern ein und dann ging es „up, up and away“. Siehe da, der Keuchhusten war so schnell verschwunden, wie er gekommen war. In den 60er-Jahren gab es dann im Aeoro-Club in Gelnhausen die „Keuchhustenflüge“.

Wohin sind Sie von Frankfurt aus das letzte Mal geflogen?

Nach Berlin. Wir waren zu einem ausgiebigen „Rehearsal“ unseres Schwiegersohns Denyo eingeladen. Er hatte vor Jahren große Erfolge mit „Absolute Beginner“; jetzt ist er wieder mit der alten „Beginner“-Truppe – mit Jan Delay und Guido Weiß – unterwegs.

Ihr Lieblingsort auf der Welt, den Sie schon gesehen haben?

Buenos Aires ist für mich die aufregendste Stadt überhaupt. Ich mag diese Mischung aus unterschiedlichsten Menschen, Kulturen – und die Lebensqualität. Dort geht es nicht so hektisch zu wie bei uns. Mir gefällt zum Beispiel, dass man erst spät abends, gegen 21.30 Uhr oder noch später, zu Abend isst. Und natürlich TANGO. Als mein Mann und ich das letzte Mal in Buenos Aires waren, hat uns ein Freund, der schon viele Jahre dort lebt, in die BAR SUR im Stadtteil SAN TELMO eingeladen. Wir haben dort einen unvergesslichen Abend verbracht. Die Atmosphäre war heiß, und uns sollte es auch heiß werden: Nachdem das feurige Tangopaar seinen Tanz beendet hatte, kam der Tänzer auf mich und die Tänzerin auf meinen Mann zu, und beide forderten uns zum Tango auf. Widerstand war zwecklos. Weil mein Mann zu allem Überfluss seinen Rotwein über meine weiße Jeans schüttete, musste ich mich noch enger an meinen Tanzpartner schmiegen …

Ihr Lieblingsziel, an dem Sie noch nie gewesen sind?

Ich würde sehr gern auf den Malediven eine längere Auszeit nehmen, ich denke so an die sechs Wochen. Einfach mal alles hinter sich lassen, alle Viere von sich strecken, vollkommene Ruhe, keine Musik, nur den Fischen zuhören.

Was mögen Sie am Frankfurter Flughafen besonders?

Den internationalen Flair und die Möglichkeit, rund um die Uhr einkaufen zu können. Als ich in den 80ern noch nachts arbeitete und erst um 5 oder 6 Uhr morgens ins Bett kam, konnte ich an den Wochenenden nur dort einkaufen. Also habe ich mir am Flughafen das Nötigste besorgt, was meinen Geldbeutel extrem verschlankt hat.

Was mögen Sie am Airport nicht?

No idea, ich wüsste nicht, was man da nicht mögen könnte.

Ist der Flughafen Frankfurt für Sie persönlich wichtig, und warum?

Eher nicht mehr so sehr, mein Hund hindert mich daran, eine Flugreise zu planen.

Mit wem auf dem Flughafen würden Sie gern einmal tauschen?

Als junges Mädchen wollte ich unbedingt Stewardess werden, raus aus dem spießigen Muff der Kleinstadt. Mein Onkel war Purser bei Lufthansa, oft kam er nach Langstreckenflügen zu uns nach Hause und brachte immer etwas mit, entweder eine schöne große Holzmaske aus einem afrikanischen Land oder einen indischen Sari für meine Mutter. Er sah fantastisch aus in seiner blauen Uniform, und irgendwie umwehte ihn ein Hauch der großen weiten Welt. Das wollte ich auch, unbedingt. Also bewarb ich mich, bestand den mündlichen Test, bekam aber eine Absage. Ich muss dazu sagen, dass ich mit 18 Jahren aussah, als wäre ich 14, und man riet mir erstmal, als Au-pair ins Ausland zu gehen. Das war eine riesige Enttäuschung damals. Deshalb würde ich gern mit einer Flugbegleiterin tauschen, um wenigsten einmal dabei gewesen zu sein.

Wem würden Sie gern einmal begegnen?

Ich würde sehr gern Bono von U2 begegnen. Diese Band hat mich viele Jahre begleitet und heute noch höre ich Songs, die mich immer wieder glücklich machen und an einen Lebensabschnitt erinnern, der mein Leben verändert hat. Ich heiratete und bekam zwei Söhne, somit war das Nachtleben erst mal passé; und danach begann das wirkliche Leben.

Welche drei Gegenstände nehmen Sie immer mit in den Flieger?

i-pod mit Indie-Songs, das aktuelle Rolling Stone Magazin, einen dicken Schal und dicke Strümpfe.